Nimmt der Wertstoffhof das an? Welche Säcke brauche ich? Und was kostet die Entsorgung eigentlich?
Diese Seite beantwortet die häufigsten Fragen zur Glaswolle- und KMF-Entsorgung – mit konkreten Informationen zu Kosten, Entsorgungswegen und Schutzmaßnahmen.
Glaswolle selbst ist nicht verboten – aber alte Mineralwollprodukte, die vor 1996 hergestellt wurden, stehen unter Verdacht, krebserregende Fasern freizusetzen, und gelten daher als gefährlicher Abfall.
Der Hintergrund: Bis in die 1990er Jahre wurden Mineralfasern hergestellt, die biologisch nicht ausreichend abbaubar waren. Studien zeigten ein erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen bei längerem Kontakt mit diesen Fasern. Die EU und Deutschland reagierten darauf mit strengeren Regelungen: Seit 2000 dürfen in Deutschland nur noch Mineralwollprodukte verwendet werden, die den Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) entsprechen und als biologisch abbaubar gelten – erkennbar am RAL-Gütezeichen oder dem KI-Wert (Kanzerogenitäts-Index > 40).
Alte Glaswolle aus Gebäuden, die vor 1996 gedämmt wurden, ist daher als gefährlicher Abfall (KMF-gefährlich) einzustufen und benötigt einen separaten Entsorgungsweg mit Nachweis. Moderne Mineralwolle nach aktuellem Standard ist nicht gefährlich, muss aber trotzdem getrennt und staubdicht entsorgt werden.
Kurzregel: Glaswolle aus Gebäuden, die nach 2000 gedämmt wurden → nicht gefährlich. Glaswolle aus Altbauten mit unbekanntem Einbaujahr → im Zweifel als gefährlich behandeln.
Es gibt drei zulässige Wege:
1. Wertstoffhof / kommunale Annahmestelle Viele kommunale Wertstoffhöfe nehmen kleine Mengen Glaswolle und Mineralwolle an – in der Regel bis zu einer bestimmten Gewichts- oder Volumenmenge. Die Annahme ist häufig nur für Privatpersonen und gegen eine geringe Gebühr möglich. Ob Ihr lokaler Wertstoffhof Glaswolle annimmt und welche Mengen erlaubt sind, klären Sie am besten vorab telefonisch.
2. Containerdienst Bei größeren Mengen – wie sie typischerweise bei Dachsanierungen, Fassadendämmungen oder dem Rückbau von Gebäuden anfallen – ist ein spezieller KMF-Container die effizienteste Lösung. CURANTO liefert Container zusammen mit zugelassenen KMF-Säcken. Das Prinzip: Der Kunde füllt die Dämmwolle in die bereitgestellten Säcke, stellt die gefüllten Säcke in den Container – CURANTO holt Container und Säcke ab und sorgt für die fachgerechte Entsorgung.
3. Direkte Abgabe bei einer zugelassenen Entsorgungsanlage Für Gewerbetreibende mit größeren Mengen ist auch die direkte Anlieferung bei einer zugelassenen Deponie oder Behandlungsanlage möglich. Das setzt einen Entsorgungsnachweis voraus.
Der Hausmüll, der Restmüllcontainer und der Bauschutt-Container sind für Glaswolle und KMF ausdrücklich nicht geeignet und nicht zulässig.
Ja, in vielen Fällen – aber mit Einschränkungen. Die meisten kommunalen Wertstoffhöfe nehmen Glaswolle und Steinwolle in kleinen Mengen an. Typische Bedingungen:
Nur für Privatpersonen (kein Gewerbe)
Maximal ein bestimmtes Volumen oder Gewicht pro Anlieferung (oft 1 m³ oder 50 kg)
Material muss staubdicht verpackt sein (geschlossene Säcke)
Für alte KMF (Einbaujahr vor 1996) gelten strengere Anforderungen – nicht alle Wertstoffhöfe nehmen gefährliche KMF an
Für Handwerker und Gewerbetreibende ist der Wertstoffhof in der Regel keine Option, da die Mengen die Privatpersonengrenzen überschreiten. Hier ist ein Containerdienst der korrekte Weg.
Das ist eine der häufigsten praktischen Fragen. Glaswolle und Mineralwolle müssen staubdicht verpackt werden – lose, unverpackte Dämmwolle darf weder transportiert noch in einen Container geworfen werden, da die Fasern beim Transport freigesetzt werden.
Zugelassen sind spezielle KMF-Säcke (auch Big Bags für KMF), die folgende Anforderungen erfüllen:
Reißfeste Kunststofffolie (PE), mindestens 0,1 mm Wandstärke
Staubdicht verschließbar (Schweißnaht, Zip oder Abknotung)
Aufdruck „KMF" oder „Mineralwolle" zur eindeutigen Kennzeichnung
Für gefährliche KMF: zusätzlicher Aufdruck der AVV-Nummer (17 06 03* für gefährliche KMF)
Normale Müllsäcke oder Baustellensäcke aus dünner Folie sind nicht geeignet – sie reißen beim Befüllen oder Transport zu leicht.
CURANTO liefert die zugelassenen KMF-Säcke zusammen mit dem Container. Das heißt: kein separater Einkauf, kein Suchen nach dem richtigen Sacktyp. Die Säcke werden befüllt, verschlossen und in den Container gestellt – fertig.

Die Entsorgungskosten für KMF und Glaswolle hängen von zwei Faktoren ab:
1. Gefährlich oder nicht gefährlich? Moderne Mineralwolle (nicht gefährlich, KMF asbestfrei) ist deutlich günstiger zu entsorgen als alte KMF aus Vorbaujahr 1996 oder früher. Gefährliche KMF benötigt eine separate Entsorgungskette mit Nachweispflicht, was die Kosten erhöht.
2. Menge (Volumen und Gewicht) Die Entsorgungskosten werden pro Container kalkuliert – nicht pauschal pro Kubikmeter. Wer wenig hat, zahlt den Mindestpreis für die kleinste Containergröße. Wer mehr hat, wählt eine größere Größe.
Den genauen Preis für Ihre Postleitzahl und Abfallart (KMF nicht gefährlich oder KMF gefährlich) sehen Sie im CURANTO-Konfigurator. Geben Sie Ihre PLZ ein und wählen Sie die passende KMF-Variante – der Festpreis wird sofort angezeigt.
Richtwert: KMF-Entsorgung über einen Containerdienst ist teurer als normale Bauabfälle, aber bei mittleren bis großen Mengen deutlich günstiger als der Eigenantransport zum Wertstoffhof (Zeitaufwand, Fahrtkosten, Mehrfachfahrten).
Einen einheitlichen „Preis pro Kubikmeter" gibt es nicht – aus folgendem Grund: Glaswolle ist ein extrem leichtes Material. Ein Kubikmeter Glaswolle wiegt je nach Produkt und Komprimierung nur zwischen 10 und 30 kg. Entsorgungsleistungen für KMF werden daher nicht nach Gewicht, sondern nach Containerstellungen berechnet.
Das bedeutet in der Praxis: Auch wenn Sie nur wenige Kubikmeter haben, zahlen Sie den Mindestpreis für eine Containerbelegung. Bei größeren Mengen lohnt es sich, den Container vollständig zu füllen, um den Preis pro Kubikmeter zu senken.
Für eine realistische Kostenschätzung: Menge grob abschätzen (wie viele befüllte Säcke?), passende Containergröße im Konfigurator wählen und Festpreis ablesen.
Befüllte KMF-Säcke dürfen nicht einfach in den Hausmüll oder in einen normalen Bauabfallcontainer. Die einzigen zulässigen Wege sind:
Kommunaler Wertstoffhof – für kleine Privatmengen, vorab anfragen
KMF-Container via Containerdienst – für mittlere und große Mengen, gewerblich und privat; CURANTO liefert Container und Säcke gemeinsam, holt gefüllte Säcke im Container ab
Direkte Anlieferung bei zugelassener Deponie – für Gewerbetreibende mit Entsorgungsnachweis
Für gefährliche KMF (Einbaujahr vor 1996) gelten strengere Anforderungen: gesonderter Container, Begleitschein, zertifizierter Entsorger.
Glaswolle und Mineralwolle setzen beim Einbau und besonders beim Ausbau feine Fasern frei, die Haut, Augen und Atemwege reizen können. Die richtige Schutzausrüstung beim Umgang mit KMF:
Atemschutz: Mindestens eine FFP2-Maske – bei größeren Mengen oder alten KMF (Einbaujahr vor 1996) eine FFP3-Maske. Kein einfacher Staubschutz aus Papier.
Augen: Schutzbrille (vollständig schließend, kein offener Rahmen), da Fasern in die Augen gelangen können.
Haut: Einwegschutzanzug (Typ 5 oder 6, aus Vlies) – verhindert, dass Fasern in Kleidung und auf die Haut gelangen. Lange Ärmel und Handschuhe sind Pflicht. Normale Arbeitskleidung ist nicht ausreichend, da die Fasern durch den Stoff dringen und Hautreizungen verursachen.
Handschuhe: Enganliegende Arbeitshandschuhe – Fasern sonst schwer aus der Haut zu entfernen.
Nach der Arbeit: Kleidung nicht ausschütteln oder mit Pressluft abblasen – das verteilt die Fasern. Kleidung direkt in einen Sack geben. Haut mit kaltem Wasser abspülen (warmes Wasser öffnet die Poren).
Der Einwegschutzanzug ist beim Ausbau alter Dämmwolle keine Empfehlung, sondern bei gewerblichen Tätigkeiten nach TRGS 521 vorgeschrieben.
Container bestellen: Abfallart „KMF Dämm- & Mineralwolle" (nicht gefährlich) oder „KMF gefährlich" im Konfigurator wählen, PLZ eingeben, Termin festlegen.
Lieferung: CURANTO liefert den Container zusammen mit den zugelassenen KMF-Säcken.
Befüllen: Glaswolle und Mineralwolle in die Säcke füllen, Säcke staubdicht verschließen, in den Container stellen.
Abholung: CURANTO holt Container mit den gefüllten Säcken ab und übernimmt die fachgerechte, gesetzeskonforme Entsorgung.
Für nicht gefährliche KMF: Container für KMF & Glaswolle bestellen →
Für gefährliche KMF (Einbaujahr vor 1996): Container für gefährliche KMF bestellen →