Autor: Sven Wähnke
Lesezeit: 8 Minuten
Ob Keller, Dachboden oder komplette Wohnung – irgendwann steht die Frage im Raum: Firma beauftragen oder selbst entrümpeln? Dieser Artikel liefert konkrete Zahlen zu den Kosten, erklärt den Unterschied zur Haushaltsauflösung und zeigt, wann sich ein Mischcontainer statt Sperrmüllcontainer lohnt.
Entrümpelung durch eine Firma: Professionelle Anbieter kalkulieren meist nach Stunden (40–80 € pro Person/Stunde), nach Fahrzeugladungen oder pauschal nach Fläche. Als grobe Orientierung: 150–400 € pro Zimmer oder 15–50 € pro m², abhängig von Befüllungsgrad, Etage und Region. Für eine vollständige Wohnungsauflösung kommen so schnell 1.000–3.000 € zusammen. Entrümpelungskosten für die eigene Wohnung lassen sich unter Umständen als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen – bei einer Haushaltsauflösung im Erbfall gehören sie stattdessen in die Nachlassverbindlichkeiten.
Selbst entrümpeln mit Container: Die wesentlichen Kosten sind Container und Entsorgung, der Rest ist Eigenleistung. Ein Sperrmüllcontainer bei CURANTO kostet ab 279 € inkl. Anlieferung, Abholung, Entsorgung und 21 Tagen Stellzeit. Der Unterschied zur Firma kann mehrere hundert bis tausend Euro betragen.
Professionelle Entrümpelungsfirmen kalkulieren Personalkosten meist mit 40 bis 80 € pro Stunde und Person. Bei einem zweiköpfigen Team und einem halben Tag Arbeit kommen so schnell 200 bis 400 € allein an Arbeitszeit zusammen – Container, Transport und Entsorgung kommen dazu. Der Stundensatz ist deshalb selten die ganze Wahrheit: Aussagekräftiger ist ein Festpreisangebot nach Besichtigung, das Arbeitszeit, Transport und Entsorgung zusammenfasst.
Personalkosten liegen meist bei 40 bis 80 € pro Stunde und Person – bei einem Zwei-Personen-Team und einem halben Tag kommen so schnell 200–400 € allein an Arbeitszeit zusammen, zusätzlich zu Container, Transport und Entsorgung. Aussagekräftiger als der Stundensatz ist meist ein Festpreisangebot nach Besichtigung.
| Fläche | Kosten Entrümpelungsfirma (Richtwert) | Kosten selbst + Container (Richtwert) |
|---|---|---|
| bis 50 m² | 750–2.500 € | ab 279 € (Container) + Eigenleistung |
| bis 70 m² | 1.050–3.500 € | ab 279–450 € (Container) + Eigenleistung |
| bis 80 m² | 1.200–4.000 € | ab 279–550 € (Container) + Eigenleistung |
| bis 100 m² | 1.500–5.000 € | ab 279–700 € (Container) + Eigenleistung |
Die Containerkosten steigen mit dem Volumen, nicht proportional zur Fläche – entscheidend ist, wie voll die Räume sind. Welche Containergröße zu welchem Projekt passt, steht im Detail im Beitrag Sperrmüllcontainer Kosten: Preise, Größen im Überblick.
Firmen kalkulieren nach: Fläche in m², Füllgrad, Etage/Zugänglichkeit, Sondermüll-Anteil und teils einer Wertanrechnung verwertbarer Gegenstände.
Für eine komplette Wohnungsauflösung gilt: Angebote unter 300 € sind unrealistisch und ein Warnsignal für versteckte Nachforderungen. Seriöse Anbieter legen nach Besichtigung einen schriftlichen Kostenvoranschlag vor. Bei der Selbst-Entrümpelung mit Container ist der Preis dagegen von Anfang an ein Festpreis inklusive Transport und Entsorgung.
Die Begriffe werden oft synonym benutzt, meinen aber Unterschiedliches, und das wirkt sich direkt auf Aufwand und Kosten aus:
Entrümpelung räumt gezielt einzelne Bereiche – Keller, Dachboden, Garage, ein einzelnes Zimmer. Die Wohnung oder das Haus bleibt danach weiter bewohnt oder genutzt. Der Fokus liegt auf Platz schaffen, nicht auf einem endgültigen Abschluss.

Haushaltsauflösung (auch Wohnungsauflösung) räumt einen kompletten Haushalt vollständig – meist, weil der bisherige Bewohner keinen eigenen Haushalt mehr führt: Umzug ins Pflegeheim, Todesfall, Zwangsräumung. Oft sind noch verwertbare Gegenstände im Spiel, deren Verkaufserlös vom Preis abgezogen werden kann.

Auch preislich unterscheidet sich beides: Haushaltsauflösungen werden häufig mit 500–800 € pro Zimmer kalkuliert, spürbar mehr als die 150–400 € einer reinen Entrümpelung – wegen Sichtung, Bewertung und Wertanrechnung als zusätzlichem Schritt.
Container bestellen – Postleitzahl und Abfallart „Sperrgut/Sperrmüll" wählen, Größe und Liefertermin festlegen.
Sortieren – was in den Container kommt, was gespendet/verkauft wird, was als Sondermüll separat muss.
Befüllen – Schweres nach unten, Leichtes nach oben, möglichst kompakt.
Abholung beauftragen – sobald der Container voll ist oder die Stellzeit endet.
Kurz gesagt: klassischer Sperrmüll aus dem Haushalt – Möbel, Matratzen, Teppiche, Haushaltsgegenstände – darf rein. Elektrogeräte, Bauschutt, Baumischabfall und Sondermüll (z. B. Asbest, Chemikalien) gehören nicht dazu und müssen separat entsorgt werden.
Die vollständige Positiv-/Negativliste steht im Beitrag Sperrmüll entsorgen: Was ist erlaubt und was nicht?
Fällt bei der Entrümpelung nicht nur Sperrmüll, sondern auch Renovierungsmaterial an, ist ein Baumischabfall-Container die richtige Wahl:
| Situation | Richtiger Container |
|---|---|
| Nur Möbel, Teppiche, Matratzen, Haushaltsgegenstände | Sperrmüll ab 279 € |
| Möbel + Renovierungsreste (Rigips, Holz, Folien, Tapeten) | Baumischabfall (leicht) ab 309 € |
| SituationRichtiger ContainerNur Möbel, Teppiche, Matratzen, HaushaltsgegenständeSperrmüll ab 279 €Möbel + Renovierungsreste (Rigips, Holz, Folien, Tapeten)Baumischabfall (leicht) ab 309 €Möbel + mineralische Baustoffe (Fliesen, Estrich, Beton) | Baumischabfall (schwer) ab 389 € |
| Beides getrennt und in größerer Menge | Zwei kleine Container sinnvoll |
Wer unsicher ist, welcher Container passt, findet im CURANTO-Abfallberater nach Material-Eingabe die passende Empfehlung.
In den meisten Fällen zahlt der Auftraggeber selbst. Drei Ausnahmen, in denen andere einspringen können:
Erbfall: Die Erben tragen die Kosten – als Nachlassverbindlichkeit von der Erbschaftsteuer absetzbar.
Pflegebedürftigkeit: Muss eine Wohnung für häusliche Pflege freigeräumt werden, kann die Pflegekasse einen Zuschuss zahlen (dazu unten mehr).
Bedürftigkeit: Reicht das Einkommen nicht, kann unter bestimmten Voraussetzungen das Sozialamt einspringen – vorab ist ein Antrag nötig.
Die Pflegekasse zahlt nicht einfach für eine allgemeine Wohnungsauflösung. Grundlage ist § 40 Abs. 4 SGB XI, der sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen fördert – mit bis zu 4.180 € pro Maßnahme. Eine Entrümpelung fällt nur dann darunter, wenn sie einen klaren Bezug zur Pflege hat, zum Beispiel:
Der Rollator oder das Pflegepersonal kommt wegen vollgestellter Räume nicht mehr durch die Wohnung. Übermäßig viele Gegenstände erhöhen akut die Sturzgefahr für die pflegebedürftige Person. Ohne das Freiräumen bestimmter Bereiche wäre häusliche Pflege gar nicht möglich.

Gut erhaltene Möbel müssen nicht in den Container:
Sozialkaufhäuser wie Rotes Kreuz, Caritas oder lokale Möbelbörsen holen funktionsfähige Möbel teils kostenlos ab.
Kleinanzeigenportale (eBay Kleinanzeigen, Nebenan.de) ermöglichen schnelle Weitergabe an Privatpersonen.
Nachbarschaftshilfe/lokale Gruppen eignen sich besonders bei kurzfristigen Auflösungen.
Was nicht mehr spendengeeignet ist, gehört in den Sperrmüllcontainer – das reduziert das benötigte Volumen und damit die Kosten.
Preislich unterscheidet sich das grundsätzlich nicht von einer normalen Wohnungsauflösung: 150–400 € pro Zimmer bzw. 15–50 € pro m² bei Beauftragung einer Firma. Der Aufwand ist oft höher, weil zusätzlich persönliche Dokumente gesichtet und Wertgegenstände identifiziert werden müssen.
Wer die Kosten senken will, entrümpelt selbst (ggf. mit Unterstützung von Familie/Freunden) und mietet nur einen Container – das drückt die Kosten meist auf den Container-Festpreis ohne Personalkosten. Die Erbengemeinschaft trägt die Kosten, die sich als Nachlassverbindlichkeit steuerlich geltend machen lassen.
Messie-Entrümpelungen kosten in der Regel das Zwei- bis Dreifache einer normalen Wohnungsauflösung – wegen höherem Zeitaufwand, Schutzausrüstung, aufwendigerer Sortierung und oft nötiger Grundreinigung. Grobe Orientierung bei einer spezialisierten Firma: ab etwa 40–60 € pro m², bei starker Verwahrlosung auch mehr. Seriöse Anbieter besichtigen vor Ort, bevor sie ein Angebot machen – von Pauschalpreisen ohne Besichtigung ist hier eher abzuraten.
Auch hier gilt: Wer selbst mit anpackt und nur den Container mietet, spart erheblich. Vorab sollte geprüft werden, ob Sondermüll (Elektrogeräte, Chemikalien, Schimmel) anfällt, der separat entsorgt werden muss.
Bei einer Firma meist 150–400 € pro Zimmer, komplette Wohnungsauflösung oft 1.000–3.000 €. Selbst entrümpeln mit Container kostet ab 279 € für Transport und Entsorgung.
Professionelle Anbieter kalkulieren meist 40–80 € pro Stunde und Person, zusätzlich zu Container, Transport und Entsorgung.
Für eine vollständige Wohnungsauflösung durch eine Firma sind Angebote unter 300 € ein Warnsignal. Seriöse Anbieter kalkulieren nach Besichtigung mit schriftlichem Festpreis.
Eine Entrümpelung räumt einzelne Bereiche, eine Haushaltsauflösung den kompletten Haushalt – meist als endgültiger Schritt, etwa nach einem Todesfall.
Nur bei klarem Pflegebezug, bis zu 4.180 € nach § 40 Abs. 4 SGB XI – der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.
Datenstand: 24. Juli 2026